Frau Ehbauer, wie sind Sie eigentlich auf die Idee gekommen, SLOW TRAVEL anzubieten?
Das Thema kommt eigentlich aus der Kulinarik - man könnte es auch "Schlemmen" nennen. Dort existiert schon seit den 90er Jahren die so genannte "Slow Food"-Bewegung.
Was kann man sich darunter vorstellen?
Also, "Slow Food" bedeutet zunächst mal: Man läßt sich Zeit für gutes Essen. Man entdeckt alte Rezepte wieder, die etwas mehr Zeit für die Zubereitung brauchen, dafür aber umso besser schmecken. Man nutzt regionale Zutaten, besinnt sich auf alte Obst- und Gemüsesorten und sucht das, was typisch ist für eine Region.
Also "Zurück in die Zukunft"?
Ja, genau. Denn früher - das ist zumindest mein Eindruck - waren wir einfach noch viel "geerdeter", oder anders ausgedrückt: "entspannter".
Und diese Entspanntheit wollten Sie beim Thema "Reise" in den Vordergrund stellen?
So ist es. Denn eigentlich ist eine Busreise ja an sich schon superentspannt. Sie steigen in einen komfortablen Bus ein, geben ihr Gepäck ab, und lassen sich einfach chauffieren. Der Fahrer kümmert sich um die Strecke, die Pausen, den Parkplatz, das Hotel. Und die Sehenswürdigkeiten erklärt Ihnen ein kompetenter Reiseführer. Entspannter kann man eigentlich gar nicht reisen.
Wie setzen Sie da mit Ihren SLOW TRAVEL-Reisen noch eins drauf?
Nun, wir lassen mehr Luft in den Zeitplänen, sodass man auch einfach mal über die neuen Eindrücke nachdenken kann, die man auf der Reise gewonnen hat. Wir suchen ganz bewusst Restaurants aus, die typische, traditionelle Gerichte anbieten. Und wir besuchen nicht nur die "klassischen" Sehenswürdigkeiten, sondern schauen auch mal einem Biobauern oder lokalen Glasbläser oder Schnapsbrenner über die Schulter. So bekommt man Einblicke, die man für sich alleine nie gewinnen könnte.
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Und welche Ziele bieten Sie an?
Eine bunte Mischung, bei der für jeden etwas dabei ist. Das Grundprinzip hängt ja nicht von bestimmten Zielen ab. Wir versuchen allerdings durchaus, auch hier die "eingetretenen Pfade" zu verlassen. Deshalb haben wir neben den Klassikern auch das "unbekannte Europa" auf dem Schirm. Es gibt nämlich Regionen, die sind gar nicht unbedingt so weit weg von uns. Aber keiner kennt sie - und dabei sind sie wirklich superschön und kulturell interessant. So kann man sich im Urlaub nicht nur entspannen, man lernt auch noch was dazu und hat danach eine spannende Geschichte zu erzählen.
Frau Ehbauer, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!